Wie es aus diesem Bericht hervorgeht, ist der Dampfdruck nur einer mehrerer Faktoren, die auf den Totaldruck in einem geschlossenen Behälter Einwirkung haben. Völlig von ihm bei der Berechnung des Prüfdruckes auszugehen könne also zu falschen Ergebnissen führen. Von grösster Bedeutung ist u.a. die Fähigkeit der eingeschlossenen Flüssigkeit mit zunehmendem Druck die gleichzeitig eingeschlossene Luft zu lösen. Ist die Löslichkeitszahl verhältnismässig gross, wie im Beispiel Methylalkohol und viele andere organische Substanzen, wird ausreichend viel Luft gelöst, um den Totaldruck auf ein niedriges Niveau zu halten, ungefähr gleich dem atmosphärischen Druck plus Dampfdruck, fast unbeeinflusst von den übrigen Parametern. Ist dagegen die Löslichkeitszahl klein, wie im Beispiel Wasser, und wie es auch vielen Säuren und Wasserlösungen zutrifft, bleibt ein grosser Teil der eingeschlossenen Luft gasförmig. Nun bekommt eine Reihe von anderen Faktoren grosse Bedeutung für den endlichen Druck, vor allem der kubische Ausdehnungskoeffizient der Flüssigkeit, der Füllungsgrad und die Deformationseigenschaften des Behälters. In den meisten praktischen Anwendungen liegt also der Totaldruck auf einem Niveau das zu grossem Teil vom Dampfdruck der Flüssigkeit bestimmt wird, weil diese die Fähigkeit besitzt einen grossen Teil der eingeschlossenen Luft zu lösen, oder weil die benutzten Behälter (Fässer, Kanister, Flaschen und kubische Tankcontainer aus Kunststoff, Glas oder Stahlblech) so leicht deformiert werden, dass Kompensation durch Volumenzunahme erreicht wird.
SP-RAPP 1982:01
ISSN 0280 - 2503